Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchten die Vereinigten Staaten in Deutschland durch unterschiedliche Programme, ein demokratisches Grundverständnis zu etablieren. Während die meisten Maßnahmen dieser Umerziehungspolitik von der Forschung als gescheitert betrachtet werden, kann man ein solches Urteil � zumindest in einer langfristigen Betrachtung � für die Bedeutung des amerikanischen Unterhaltungsfilms nicht ohne weiteres fällen. Ausgehend von einem �Cultural Studies"-Ansatz, der es ermöglicht, die Komplexität der deutschen Rezeption amerikanischer Kultur zu berücksichtigen, werden zum einen Dokumente amerikanischer Entscheidungsträger, die den Wert von Unterhaltungsfilmen für propagandistische Zwecke und die angestrebte Umerziehung aus amerikanischer Sicht beleuchten, zum anderen die spezielle Auswahl von Filmen für das deutsche Publikum analysiert. Dieser Beitrag zeigt, daß Hollywood-Produktionen wie etwa William Wylers �The Best Years of Our Lives� auf die direkte (um-)erzieherische Botschaft, die in den Wochenschauen ["newsreels"] so allgegenwärtig war, verzichteten und eher indirekt durch eine Propagierung des �American Way of Life� ihre Wirkung entfalteten, die auf lange Sicht dazu geführt hat, Vorurteile der deutschen Bevölkerung gegenüber den USA abzubauen
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