Mit dem Glauben an die Schule als effektivem Instrument politischer Einflußnahme wollten die Alliierten nach dem 2. Weltkrieg mittels demokratischer Lehrpläne und Schulformen Deutschland wieder auf den Pfad der Demokratie zurückführen. Insbesondere mit der empirischen Sozialwissenschaft glaubten amerikanische �Re-educators�, ein Instrument zur rationalen Analyse totalitärer Gesellschaftsformen zu besitzen. Ergebnisse der Bildungsevaluation an deutschen und amerikanischen höheren Schulen haben aber inzwischen hinreichend bewiesen, daß die unter der �Reeducation � noch gültige Theorie John Deweys von der Abhängigkeit des Inhalts von der Schulform noch nie in dieser Undifferenziertheit richtig sein konnte. Doch vor 50 Jahren war man noch anderer Ansicht, und deshalb kam es in Bayern zu einem Sturm im Wasserglas um die Einführung neuer Lehrpläne und Schulformen, bei dem das Land zwar amerikanische Vorgaben halbherzig aufnahm, sich aber kategorisch weigerte, die Gesamtschule nach dem Vorbild der �US-High-Schools� einzuführen. Am Beispiel Bayerns wird deutlich, daß Schulform, Lehrfach und Lehrmittel sicherlich Instrumente politischer Willensbitdung sind, doch ein Nachweis ihrer Effektivität zum einen daran scheitert, daß sie mit anderen Sozialisierungsfaktoren verzahnt sind, und zum anderen die Meinungen über die Bedeutung von Demokratie bis heute auseinandergehen
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