Dieser Beitrag beiaßt sich mit dem deutschen Interesse am Erziehungswesen in den Vereinigten Staaten von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende der Weimarer Republik. Dabei scheinen v.a. zwei Strömungen von historischer Bedeutung gewesen zu sein. Zum einen haben verschiedene Gruppierungen in Deutschland die politischen, sozialen, wirtschaftlichen und intellektuellen Bereiche des amerikanischen Lebens mit Symbolwerten versehen, deren Bedeutung sich aber im Verlauf der Zeit änderte, so daß sowohl positive als auch negative Amerikabilder entstehen konnten. Zum anderen äußerte sich das deutsche Interesse am amerikanischen Erziehungswesen zu bestimmten Zeiten stärker in praktischer Hinsicht, zu anderen Zeiten dagegen stärker in soziokultureller Hinsicht. Während einige deutsche Pädagogen die Vorbildfunktion des amerikanischen Bildungswesens betonten, suchten andere eher nach Theoriebildung und wissenschaftlicher Analyse.
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