Cervantes' Don Quijote gilt für Darstellungen von „Wahnsinn" in der Weltliteratur als ein zentrales Beispiel. Es handelt sich in seinem Fall um einen Wahn, als dessen Auslöser eine identifikatorische Rezeptionsweise von Literatur präsentiert wird, deren obsessiver Charakter bekanntlich darin besteht, dass sich die Welt der Ritterbücher und Don Quijotes eigene Lebenswelt in seinem Bewusstsein zu überschneiden beginnen. Cervantes' Prototyp eines „Literaturwahnsinnigen" dient dem vorliegenden Sammelband als Referenz- und Ausgangspunkt, um Phänomenen literarischer Obsession in der Literatur zwischen Früher Neuzeit und Gegenwart nachzugehen. Die einzelnen Beiträge untersuchen verschiedene Ausprägungen obsessiver Bezüge zu Literatur bzw. zum Medium Buch und kontextualisieren diese anhand unterschiedlicher theoretischer Ansätze. Neben dem Quijotismo bilden die Auseinandersetzung mit Bibliomanie und dem von Flaubert inspirierten Bovarysme sowie die Verknüpfung der literarischen Obsessionsthematik mit postmodernen Diskursen Schwerpunkte des Bandes.
Don Quijotes Nachfahren, Bibliomanie und Bovarysme: einführende Bemerkungen zu einer Geschichte der Literatur als Obsession
págs. 9-50
Don Quijotes Wahn.: Literarische Obsession und medizinischer Befund
págs. 51-76
págs. 77-96
págs. 97-110
Von Teufelsanbetern, Möchtegerndetektiven und anderen Literaturverrückten.: Obsessive Lektüre als intertextuelles Krankheitsbildin Arturo Pérez-Revertes El Club Dumas (1993)
págs. 111-130
,,Alla televisione tutto è sempre più vero": Postmoderner Bovarysme in Aldo Noves Woobinda (1996)
págs. 131-150
Diagnose: Literaturkrankheit mit,Borges-Faktor'.: Zur obsessivenIntertextualität bei Enrique Vila-Matas
págs. 151-194
El afán de los personajes de Luis Landero: una versión contemporánea de la locura quijotesca
págs. 195-228
Ein mexikanischer Orpheus in der Hölle der Bibliothek:: Anmerkungenzur Rezeption des Don Quijote de la Mancha in David Toscanas El último lector (2005)
págs. 229-229
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