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Konzepte für eine »Neue Generation«: Liebe und Liebesleben im Werk Helene Stöckers

    1. [1] University of Paderborn

      University of Paderborn

      Kreis Paderborn, Alemania

  • Localización: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik: Lili, ISSN 0049-8653, Vol. 54, Nº. 4, 2024 (Ejemplar dedicado a: Sprachgeschichte der frühen Frauenbewegungen - Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg), págs. 739-759
  • Idioma: alemán
  • Títulos paralelos:
    • Concepts for a »New Generation«: Love and Love Life in the Works of Helene Stöcker
  • Enlaces
  • Resumen
    • Deutsch

      ZusammenfassungHelene Stöcker war eine der bekanntesten Frauenrechtlerinnen des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts. Sie begriff sich als Vertreterin einer »Neuen Generation«, die eine neue sexuelle Moral etablieren, Geschlechterverhältnisse umgestalten und modernisieren wollte. Im Beitrag wird ihr Liebesideal thematisiert und gezeigt, welche Konzepte von Liebe und Liebesleben sie entwickelt. Die entsprechenden Ausdrücke werden als Schlüsselwörter ihres gesamten Werks gewertet. Es lässt sich erkennen, dass Stöcker versucht, traditionelle, insbesondere ethische und moralische Begriffe neu zu definieren, umzudeuten und neue diskurssemantische Netze zu etablieren, die das zukünftige Sprechen und Schreiben über Geschlechteridentität, heterosexuelle Beziehungen sowie über Sexualität beeinflussen sollen. Der Beitrag verknüpft die diachrone Genderlinguistik mit Kultur‑, Sozio- und Diskurslinguistik und berücksichtigt die Tatsache, dass mit der Neudefinition von Liebe neue Identitäts- und Beziehungskonzepte verbunden werden, die ihrerseits eine Alternative zu den in tradierten Diskursen vermittelten Geschlechterordnungen darstellen und für das soziale Netzwerk von Sexual- und Lebensreformer*innen prägend sind. Mit dem lebensreformerischen Konzept von Liebe ist der Wunsch nach einer kulturellen Erneuerung verbunden, die über die Lebensgestaltung von Individuen herausreicht und Vorstellungen von der »Veredelung der Rasse« beinhaltet. Es wird dafür argumentiert, dass trotz der Verwendung solcher Bezeichnungen wie Auslese oder Höherzüchtung sich ihre Zugangsweise zu bevölkerungspolitischen Themen nicht völkisch-nationalistisch verstehen lässt.

    • English

      Helene Stöcker was one of the best-known women’s rights activists of the first third of the 20th century. She saw herself as a representative of a »new generation« who wanted to establish new sexual morals and reshape and modernise gender relations. The article focuses on her ideal of love and shows the concepts of love and love life (Liebesleben) she developed. In relation to her entire oeuvre, these expressions are evaluated as key words. It becomes apparent that Stöcker attempts to redefine and reinterpret traditional terms, especially ethical and moral ones, and to establish new semantic networks that are intended to influence future speech and writing about gender identity, heterosexual relationships and sexuality. The article links diachronic gender linguistics with cultural, socio- and discourse linguistics and takes into account the fact that the redefinition of love is associated with new concepts of identity and relationships, which in turn represent an alternative to the gender orders conveyed in traditional discourses and are formative for the social network of sexual and life reform. The concept of love is linked to the desire for a cultural renewal that extends beyond the organisation of individuals’ lives and includes ideas of the »ennoblement of the race«. It is argued that despite the use of such terms as selection or breeding for superiority (Höherzüchtung), her approach to population policy issues cannot be understood as nationalistic.


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