„Zu wissen, ‚dass‘ die runden Wunden langsamer heilen, ist die Sache des Arztes, aber ‚weshalb‘, die des Geometers“ (Aristoteles). ‚Dass‘ kreisförmige Wunden langsam heilen, war bereits den Hippokratikern bekannt. Für das ‚weshalb‘ wurden innerhalb der antiken Medizin scharfe Galle, die Bewegung von Partikeln in der Kreismitte und der Abstand der Wundränder angeführt, außerhalb die anfangs- und endlose Gestalt von Kreisen, deren unerwartet große Fläche und schließlich – freilich erst im 6. Jahrhundert n. Chr., ein Jahrtausend nach Aristoteles, und korrekt – die Tatsache, dass der Kreis unter den Flächen mit gleichem Umfang die größte Fläche hat. Warum hatte das unverbundene Nebeneinander medizinischer und geometrischer Erkenntnisse so lange Bestand?
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