Die politische, militärische, wirtschaftliche und kulturelle Dominanz der USA wäre ohne die positiven Auswirkungen einer internationalen Immigration kaum vorstellbar. Ein permanenter Impuls von Humankapital hat die USA seit der zweiten Hälfte des 19. Jh. von einer agrarischen in eine postindustrielle Gesellschaft verwandelt. Dieser Beitrag verfolgt eine zweiseitige Perspektive der Immigration: Von außen betrachtet erscheinen die USA als eine der wichtigsten Destinationen in einem internationalen Migrationssystem, die Millionen von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen anzieht, selbst wenn dieser Zustrom im Laufe des 20. Jh. keineswegs durch Kontinuität gekennzeichnet war. Die Zahlen der registrierten Einwanderer zeigten im Gegenteil ein beträchtliches Auf und Ab. Aus der Innenperspektive nimmt sich die Immigration als höchst umstrittene Materie aus, die sich in der langen Tradition einer Gesetzgebung spiegelt, in der Restriktionen mit Anreizen gegenüber Migranten und Arbeitern abwechseln. Die Einwanderungsgesetze haben zur Bestimmung dessen beigetragen, wer in den USA willkommen ist und wer nicht. Dies blieb selbstverständlich nicht ohne Konsequenzen für die ethnischen Identitäten der Einwanderer und deren räumliche Manifestationen. Der Diskurs über Ethnizität und Immigration verdeckt aber auch den Blick auf die Tatsache, dass die USA durch die Biographien vieler Einwanderer enorm profitierten. Ein gutes Beispiel dafür liefert eine Analyse der Herkunft der Nobelpreisträger seit 1901.
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