Warszawa, Polonia
Für Paul Celan gilt in vieler Hinsicht, was Imre Kertész in seinem Galeerentagebuch von sich selbst behauptete: „Auch wenn ich scheinbar von etwas ganz anderem spreche, spreche ich von Auschwitz. Ich bin ein Medium des Geistes von Auschwitz, Auschwitz spricht aus mir.“ (Kertész 1993, 32) Das gesamte Schaffen Celans, selbst seine Liebeslyrik, ist geprägt durch das Trauma eines Schoah-Überlebenden, der in der zur Mördersprache gewordenen Sprache seiner ermordeten Mutter, in seiner in den Abgrund der Barbarei gefallenen Muttersprache Deutsch nach Möglichkeiten sucht, das Unaussprechliche auszudrücken.
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