Die Landoberfläche weiter Teile Mitteleuropas hat in der Vergangenheit bedeutende Eingriffe erfahren, die zweifellos einen Einfluss auf die Abflussbildung, insbesondere die Bildung von Oberflächenabfluss, haben. Folgende Fragen haben dabei grundlegende Bedeutung: 1. Wie stark ist der Einfluss von Landnutzungsänderungen auf die Bildung von Abfluss infolge Starkregenereignissen in mesoskaligen Gebieten. und 2. in welchem Maße kann die Hochwassersituation durch gezielte Rückhaltemaßnahmen in der Landschaft entschärft werden? Die in diesem Artikel vorgestellten hydrologischen Simulationsergebnisse erlauben dazu folgende generellen Antworten: Der Einfluss einer geänderten Landnutzung auf die Hochwasserentstehung ist in Gebieten mittlerer Größe (ca. 100¿1.000 qkm) für konvektive Ereignisse mit hohen Niederschlagsintensitäten wesentlich größer (in der Abflussspitze bis zu ca. 20 %) als für langanhaltende advektive Niederschlagsereignisse mit meist deutlich geringeren Niederschlagsintensitäten (0¿5 %). Da die Hochwasserereignisse an den großen Flüssen Mitteleuropas i.d.R. durch advektive Niederschläge hervorgerufen werden, sind für diese großen Einzugsgebiete Landnutzungsänderungen von untergeordneter Bedeutung.
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