Since 2008the micro-region of the Karagajly-Ajat valley inthe Celjabinsk region has been investigated by an inter-disciplinary German-Russian cooperation project in thesouthern Trans-Ural region, the focus of which has beenon questions about the genesis of this cultural land-scape, and here especially on determining the specificextent of influence by humans and their cattle ever sincethe Middle Bronze Age. In several fortified settlements of the so-called Arkaim-Sintas˘ta type the methods of topo-graphic mapping and geophysical prospecting were ap-plied for providing insight into the structure and size of settlements that are hardly visible on the surface. On thebasis of the obtained data archaeological excavations inKamennyj Ambar and Konopljanka served to verify or va-lidate these structures, and also for the attempt of gath-ering detailed information on the material culture of their former inhabitants. Archaeo-botanical and pedologicalinvestigations were implemented with the aim of under-standing Bronze Age climatic and environmental condi-tions, exploring issues of nutrition and potential agri-cultural production, and substantiating assumptionssuggested so far that raise the question why preciselythis region was chosen for settlement. Ultimately, intensi-fying geophysical prospection and especially metallurgi-cal testing has opened up entirely new perspectives for the objective of this project.After seven years of comprehensive research andan abundance of archaeological and scientific data, it isthe aim of this contribution to provide an overview of thecurrent state of interdisciplinary investigations that makethe habitat and economic region of the Trans-Urals appe-ar in a modified and more diversified condition. Thus, theanalysis of landscape parameters and archaeo-botanicaldata shows that about 2000 B.C. the region was a favou-rable area, which offered various advantages over other habitats and very favourable living and economic conditi-ons providing a good breeding ground for innovative be-haviour and development. An interesting issue when in-terpreting and evaluating the existing data is still posedin the question what importance was attributed to thedwellings in the fortified settlements in relation to mobilepastoralism. On the basis of the new results of the pro-ject, changes in socio-economic ways and models of lifemust be assumed that differed from the earlier Iron Agepatterns with highly mobile groups on the basis of noma-dic ways of life. The present second preliminary report in Eurasia Antiqua constitutes an important stage in thesubmission and discussion of this new evidence
In der Mikroregion im Flusstal des Karagajly-Ajat imOblast’ Celjabinsk führt ein deutsch-russisches Koope-rationsprojekt seit 2008 interdisziplinäre Forschungen imsüdlichen Trans-Ural durch. Fragen zur Genese dieser Kul-turlandschaft stehen dabei im Fokus der Untersuchun-gen, die insbesondere den spezifischen Grad einer Be-einflussung durch den Menschen und seine Herdentierespätestens seit der mittleren Bronzezeit ermitteln wollen.Topographische Aufnahmen und geophysikalische Pro-spektionen in mehreren befestigten Siedlungen vom sog.Arkaim-Sintasta-Typus sollten einen Einblick in die Struk-tur und Größe der an der Oberfläche kaum mehr sicht-baren Siedlungen vermitteln. In Kamennyj Ambar und Ko-nopljanka durchgeführte archäologische Ausgrabungendienten auf Basis dieser Daten deren Verifizierung undKonkretisierung sowie dem Versuch, durch das Fundspek-trum einen detaillierten Eindruck von der materiellen Kul-tur ihrer einstigen Bewohner zu gewinnen. Archäobota-nische und bodenkundliche Untersuchungen wurden mitdem Ziel durchgeführt, die bronzezeitlichen Klima- undUmweltbedingungen zu verstehen, Fragen zur Ernährungund potentieller agrarischer Tätigkeit nachzugehen undbislang vorgeschlagene Vermutungen, warum gerade die-ser Raum für eine Besiedlung gewählt wurde, zu kon-kretisieren. Schließlich eröffnete die Intensivierung der geophysikalischen Prospektionen und vor allem der Un-tersuchungen zur Metallurgie ganz neue Perspektiven für die Zielsetzung des Forschungsprojektes. Nach nunmehr sieben Jahren umfassender For-schungstätigkeit mit einer Fülle an neuen archäologi-schen und naturwissenschaftlichen Daten, ist das Zieldes Beitrags, einen Überblick über den aktuellen Standder interdisziplinären Untersuchungen vorzulegen, diediesen besonderen Lebens- und Wirtschaftraum im Trans-Ural in vielerlei Hinsicht in geänderter Form und in einer differenzierteren Weise erscheinen lassen. So zeigt dieAnalyse der landschaftlichen Parameter und der archäo-botanischen Daten, dass es sich in den Jahrhunderten um 2000 v. Chr. um einen Gunstraum handelte, der verschie-dene Vorteile gegenüber anderen Landschaftsräumenaufwies und sehr günstige Lebens- und Wirtschaftsbedin-gungen bot, die ein guter Nährboden für innovatives Han-deln und Entwicklungen waren. Ein interessantes Span-nungsfeld in der Interpretation und Bewertung der unterschiedlichen Daten liegt nach wie vor in der Frage,welchen Stellenwert die Häuser in den befestigten Sied-lungen im Verhältnis zu einer mobilen erdenwirtschafteingenommen hatten. Auf Basis der neuen Ergebnissedes Forschungsprojektes ist von geänderten sozioökono-mischen Lebensformen und Modellen ausgehen, die sichvon jenen jüngeren der Eisenzeit mit hoch mobilen Grup-pen auf der Basis nomadischer Lebensformen unterschei-den. Der vorliegende zweite Vorbericht in der Eurasia An-tiqua stellt eine wichtige Etappe in der Vorlage und Diskussion eben dieser neuen Erkenntnisse dar
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