Für die vorliegende Arbeit wurden hauptsachlich ungedruckte Quellen aus dem Archivo General de Indias in Sevilla (Sektionen Méjico, Indiferente General, Justicia und Patronato) verwendet. Das erste Kapitel stellt die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Aspekte dar, die bei der Gründung von Puebla de los Angeles (Mexiko) zusammenwirkten und die in einem hohen Masse die soziale Entwicklung der Stadt bestimmten. Das zweite Kapitel versucht, einen vollstandigen Oberblick der verschiedenen sozialen Gruppen und der wirtschaftlichen und sozialen Lebensverhältnisse im Puebla des 16. Jahrhunderts zu geben. Die übrigen Kapitel widmen sich der detaillierten Beschreibung der beiden sozialen Gruppen, die den Charakter Pueblas prägten und über die eine grosse Menge an Dokumenten vorhanden ist: die Konquistadoren und die Gewerbetreibenden. Die Gruppe der Konquistadoren bestand aus Spaniern, die sich an der Conquista beteiligten, und ihren Nachkommen und zeichnete sich durch ihre Geschlossenheit, ihren Feudalcharakter und die Aufteilung der städtischen Privilegien unter ihre Mitglieder aus; in einem Exkurs werden die wirtschaftlichen Grundlagen, auf denen ihr W Wohlstand beruhte - Encomiendas, öffentliche Ämter und Aufwandsentschädigungen - dargestellt. Als typisches Beispiel erscheint dabei die besonders vornehme und bedeutende Familie Díaz de Vargas. Die Gewerbetreibenden bildeten zweifellos die interessanteste soziale Gruppe. Ihre Mitglieder stammten hauptsachlich aus der Stadt Brihuega (Guadalajara, Spanien) und kamen in zwei Etappen in Puebla an, die zeitlich mit zwei aufeinander folgenden Generationen zusammenfallen. Sie machten sich die ausgezeichneten natürlichen Gegebenheiten der Region um Puebla zunutze, errichteten verschiedene moderne Fabriken und verwendeten dort ihre technischen Kenntnisse für die industrielle Fertigung von Tuchen. Dank ihres Fleisses machten sie Puebla zum bedeutendsten Gewerbezentrum Neuspaniens. Zum Schluss werden einige soziale Spannungen aufgezeigt, die sich am Ende des Jahrhunderts zwischen beiden Gruppen bildeten und an denen der Rest der Bevölkerung teilhatte.
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