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Understanding metallurgical practices of the Únětice culture Culture: The axes from Halle-Kanena III and the concept of mixing metals in the Early Bronze Age

    1. [1] Curt Engelhorn Centre Archaeometry

      Curt Engelhorn Centre Archaeometry

      Stadtkreis Mannheim, Alemania

    2. [2] Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt
  • Localización: Der soziale Wert prähistorischer Beile: neue archäologische und archäometrische Ansätze: 16. Mitteldeutscher Archäologentagvom 5. bis 7. Oktober 2023 in Halle (Saale) / Robert Risch (ed. lit.), Ernst Pernicka (ed. lit.), Harald Meller (ed. lit.), Vol. 2, 2024, ISBN 978-3-948618-82-7, págs. 479-508
  • Idioma: inglés
  • Títulos paralelos:
    • Zum besseren Verständnis der metallurgischen Praktiken der Aunjetitzer Kultur: Die Beile aus Halle-Kanena III und das Konzept des Metallmischens in der frühen Bronzezeit
  • Enlaces
  • Resumen
    • English

      The mixing and recycling of metals in prehistoric societies are two still underestimated aspects of archaeometallurgical research, often disregarded or overlooked due to challenges in reconstructing them from available information. However, understanding these metallurgical processes is crucial because of their significant impact on scientific data and the resulting cultural historical conclusions. Specifically, the blending of different materials leads to changes in analytical signatures, making conclusions about the origin of metals difficult or even impossible.

      This article aims at contributing to the discussion on mixing and recycling processes in the Bronze Age and at illustrating how these practices can be deduced from scientific data sets. It focuses on metal artefacts from the Early Bronze Age Únětice Culture in Central Germany, with particular emphasis on flanged axes and rings from the hoard of Halle-Kanena III, Saxony-Anhalt. These items underwent chemical and isotopic characterisation through a multi-proxy approach of trace elemental as well as lead and copper isotope analysis. The application of this integrated analytical strategy, especially the inclusion of copper isotopes, proved advantageous in identifying two-component mixing processes with metals, since so-called mixing lines from the combined assessment of the different parameters can be used to reconstruct mixing/recycling with greater certainty. At the same time, mixing lines assist in determining the end members of the copper, i.e. the initial sources or raw materials mixed, used in these processes, thus increasing the likelihood of localising the original ore sources despite blending. However, only by integrating information from the archaeological context and observations of the artefacts is it possible to eventually distinguish between mixing and recycling, which is not feasible with scientific data alone.

      Ultimately, the study reveals that Únětice metallurgists were adept at mixing different sorts of fahlore copper (nickel-rich fahlore copper, Ösenring copper) as early as the Early Bronze Age, a practice argued to have occurred in the territory of the Únětice Culture itself, rather than in the copper source regions (most likely the Alps and/or the Slovakian Ore Mountains). This highlights the ability of craftspeople to handle and manipulate materials according to the requirements. But why different types of copper were mixed remains an open question. Nonetheless, the insights gained from this case study significantly enhance our understanding of Bronze Age metallurgy, affirming that copper mixing must have been a more widespread practice than hitherto assumed.

    • Deutsch

      Das Mischen und Recyceln von Metallen sind zwei für prähistorische Gesellschaften nach wie vor unterschätzte Aspekte in der archäologischen Forschung, die aufgrund ihrer schweren Nachweisbarkeit anhand vorliegender Informationen leicht übersehen und teils sogar bewusst ignoriert werden.

      Das Verständnis dieser Prozesse ist jedoch entscheidend, da sie erheblichen Einfluss auf chemische und isotopische Daten und sich ergebende Schlussfolgerungen haben können. Insbesondere die Mischung mehrerer Komponenten unterschiedlicher Materialien führt in den analytischen Signaturen zu Veränderungen, die Schlussfolgerungen bezüglich der Herkunft der Metalle erschweren oder sogar unmöglich machen. Das wiederum erschwert archäologische Interpretationen.

      Der vorliegende Artikel stellt einen Beitrag zur Diskussion über Misch- und Recyclingprozesse in der Bronzezeit dar, indem er aufzeigt, wie die Praktiken aus wissenschaftlichen Datensätzen abgeleitet und dennoch wertvolle Erkenntnisse bezüglich Herkunftsfragen erzielt werden können. Der Fokus liegt hierbei auf frühbronzezeitlichen Kupfer- und Bronzeartefakten der Aunjetitzer Kultur in Mitteldeutschland (Circumharzer Gruppe) unter besonderer Berücksichtigung der Randleistenbeile und Ringe aus dem Depotfund von HalleKanena III, Sachsen-Anhalt. Die Objekte wurden chemisch und isotopisch in einem Multi-Parameteransatz aus Spurenelement- sowie Blei- und Kupferisotopenanalyse charakterisiert. Diese Strategie erwies sich als vorteilhaft bei der Identifizierung von Mischprozessen mit Kupfer, insbesondere durch das Einbeziehen von Kupferisotopendaten. Sogenannte Mischungslinien, die aus der kombinierten Auswertung der verschiedenen isotopischen und chemischen Parameter resultieren, erlauben eine weit bessere Rekonstruktion von Misch-/Recyclingprozessen als die isolierte Betrachtung einzelner Parameter. Gleichzeitig erleichtern Mischungslinien die Ermittlung der Ausgangskomponenten des verwendeten Kupfers, was wiederum die Wahrscheinlichkeit erhöht, die ursprünglichen Erzquellen trotz Mischung zu lokalisieren.

      Allerdings gelingt es nur durch das Einbeziehen von Informationen aus dem archäologischen Kontext und durch Beobachtungen an den Artefakten, zwischen Mischen und Recyceln zu unterscheiden, was anhand der Daten allein nicht zweifelsfrei möglich ist.

      Die Studie zeigt, dass die Metallurgen der Aunjetitzer Kultur bereits in der Frühbronzezeit verschiedene Sorten von Fahlerzkupfer (nickelreiches Fahlerzkupfer, Ösenringkupfer) mischten. Höchstwahrscheinlich fand das innerhalb des Territoriums der Aunjetitzer Kultur selbst und entgegen früheren Annahmen nicht in den Ursprungsregionen des Kupfers statt, die wahrscheinlich in den Alpen und/oder im Slowakischen Erzgebirge zu suchen sind. Das unterstreicht die Fähigkeit der Handwerker, verschiedene Materialien zu verarbeiten und entsprechend den Erfordernissen zu manipulieren. Allerdings muss der Grund für das Mischen verschiedener Kupfersorten offenbleiben. Nichtsdestotrotz erweitern die Ergebnisse dieser Fallstudie unser Verständnis der frühbronzezeitlichen Metallurgie erheblich und bestätigen, dass das Mischen von Kupfer wohl eine deutlich weiter verbreitete Praxis war als landläufig angenommen.


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